Was?
Keine festgelegten Schrittfolgen?
Kein festgelegtes Rhythmus-Muster?
Keine festgelegte Tanzhaltung?
Was ist denn das für ein Tanz?
Was bleibt denn dann noch übrig?
Blickkontakt. Annäherung.
Umarmung.
Stehen. Spüren.
Gewichtsverlagerung.
Hören.
Gemeinsam.
Gehen. Drehen. Anhalten.
Balance.
Langsam. Schnell.
Zärtlich. Fordernd.
Verspielt. Einfach. Klar.
Jeder Schritt ein Erlebnis.
Wenn man den Tango Argentino
auf diese Weise kennen lernt,
ist er die perfekte Fortsetzung
der Feldenkrais-Methode auf der Tanzfläche.
Doch trotz der Freiheiten herrscht Strenge
- trotz der Strenge besteht Freiheit.
Die Strenge besteht
in der Notwendigkeit von Klarheit,
bei sich selbst und im Miteinander.
Wenn du weißt, was du tust,
kannst du tanzen, was du willst.
Das ist die Freiheit.
Wenn du nicht weißt, was du tust,
stolperst du herum.
Das ist die Strenge.
Und wie viel man nicht weiß!
Die eigenen Bewegungen
spielen jetzt auch für den Tanzpartner eine Rolle.
Je unbalancierter, desto unklarer
und anstrengender für den Partner.
Keine Freiheit mehr.
Nur Kampf.
Schritt für Schritt wird somit aus dem "nice-to-have"
vieler Feldenkrais-Lektionen
ein "must-have" für den Tango Argentino:
Fußgelenke? Brustkorb? Schulter? Arme?
Extension? Rotation? Seitneigung?
Umkehrbarkeit?
Die Kraft durch das Skelett leiten?
Bewegung mit dem ganzen Selbst?
Orientierung im Raum?
Wird auf einmal alles wichtig
- zumindest, wenn man mit Gelassenheit,
Freude und Genuss tanzen möchte.
Und dann: alles vergessen.
Aus der bewussten Kontrolle loslassen.
Geschehen lassen.
Nur noch man selbst, Partner und Musik.
Die Musik tanzen.
Mit vier Füßen und zwei Herzen.
Dirk Steinkamp
www.feldenkrais-tango.de
